Fränkisches Wein- und Kulturland Kolitzheim
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Weinkulturland-Blog

Weinlesefest in Stammheim
Sonntag, 23.09.2012

Weintrauben (Foto: Alexander von Halem) 

Pünktlich zu Beginn der Weinlese in der Gemeinde Kolitzheim, der größten Weinbaugemeinde des Landkreises Schweinfurt, feierten die Winzer das Weinlesefest im Ortsteil Stammheim am Main. Das Fest, das jährlich abwechselnd in einem der drei Weinorte Stammheim, Lindach und Zeilitzheim vom Verein Fränkisches Wein- und Kulturland der Gemeinde Kolitzheim (FWK) organisiert wird, fand diesmal im Weinbaubetrieb Christian und Silvia Ziegler statt.

Es ist ein kalter Sonntagmorgen. 6°C und Wolken zeigt der Wetterstand auf dem iPhone, was ein Blick aus dem Fenster und eine morgendliche Gänsehaut bestätigt. Eigentlich perfektes Wetter für die Weinlese. Wenn heute nicht Sonntag wäre. Da wird in einem katholischen Dorf nur im äußersten Notfall (öffentlich) gearbeitet. Ausserdem gibt es heute erst einmal Wichtigeres zu tun. Zu feiern! Heute ist Weinlesefest und die Winzer der drei Weinbaugemeinden und die Bürger aller Ortsteile der Gemeinde Kolitzheim sind eingeladen den Beginn der Weinlese würdig einzuläuten. Da darf ein Geistlicher zur Segnung der Trauben natürlich nicht fehlen.

Die Segnung der Trauben übernimmt später Gemeindereferent André Christof doch zuerst muss die Fuhre Trauben ins Dorf kommen. Am Eingang des Winzerdorfes Stammheim steht die Fuhre am Musikerheim schon bereit. Christian Ziegler hat die Trauben in einer nächtlichen Aktion gelesen und für den Empfang der Ehrengäste zurecht gestellt. Trotz Landratswahl im Landkreis Schweinfurt und Bürgermeisterwahl im benachbarten Gerolzhofen sind zahlreiche Politiker erschienen. Gerolzhofens amtierende Bürgermeisterin Irmgard Krammer ist da und auch Kitzingens Landrätin Tamara Bischof (beides Freie Wähler). Doch auch der dem FWK treue und immer wieder gern gesehene Landtagsabgeordnete Dr. Otto Hünnerkopf, der auch als Schirmherr der Zehnjahresfeier des FWK gedient hatte, ist dabei. Erstmals dabei ist auch Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, der, wie sich herausstellt, Wurzeln in unserer Gemeinde hat: Sein Vater kam aus Lindach. Die Ehrengäste eröffnen mit der Vereinsvorsitzenden Monika Ziegler und Bürgermeister Horst Herbert zusammen das Fest.

Zuvor gibt es jedoch einen kleinen Empfang am Musikerheim des Weindorfes mit Häppchen und Gebäck, das von den Damen in und um den Vorstand des FWK bereit gestellt wurde. Es gibt weißen und roten Secco vom Weingut Christian Ziegler und die Fahnenabordnungen des Dorfes und die Musiker und Schützen schmücken das Bild mit ihren bunten Trachten.

Der Tross formiert sich nun für den Marsch ins Dorf zum Weingut Ziegler. Voran die Musik gefolgt von den Fahnenabordnungen (schön finde ich zum Beispiel die Fahne des Erdinger Weißbierclubs oder der Schützen), den Ehrengästen und dem Weinwagen mit den Prinzessinnen gefolgt von uns, dem allgemeinen Festvolk. Im Weingut hatten Besucher bereits seit 11 Uhr die Möglichkeit in der Heckenwirtschaft des Weingutes Ziegler zu Mittag zu essen. 180 Essen seien innerhalb kürzester Zeit verkauft worden, verrät mir Christian Ziegler später. Es wurde also wirklich für das leibliche Wohl bestens gesorgt, wie es immer in Ankündigungen der Lokalpresse heißt. Nun zieht die Festgesellschaft mitsamt der Fuhre der ersten Bacchus-Trauben im Hof des Weingutes ein und auch die Mittagesser gesellen sich dazu. Schließlich steht einiges auf dem Programm. Monika Ziegler hat sich wieder Unterhaltung für die Gäste ausgedacht, die sowohl unterhaltend, als auch informierend ist. Die Weinprinzessinnen der Region kommen noch ganz schön ins Schwitzen, denn sie stehen im Mittelpunkt dieser Aktivitäten. Doch zuerst begrüßt Bürgermeister Horst Herbert die Gäste. Monika Ziegler betont in ihrer Rede, dass Menschen, die nicht genießen können, meist selber ungenießbar seien. Diesen Spruch nimmt auch Dr. Otto Hünnerkopf in seiner Rede wieder auf. Man merkt, dass er sich bei uns ganz wohl fühlt und so ist er einer der ersten, die nach den Reden auf den Wagen springen, um die Trauben zu mahlen und zu pressen. Doch zunächst spricht Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel frei und überzeugend zum Publikum und übermittelt auch die Grüße der zum Empfang noch anwesenden Bezirksrätin Christine Bender, die jedoch nun mit der Kolitzheimer Kindertanzgruppe unterwegs ist.

Die Trauben sind also gesegnet (FWK Ehrenvorsitzender Reiner Mößlein weist extra darauf hin, dass dabei nur zwei Tropfen Weihwasser auf den Trauben gelandet seien, der Most also keinesfalls verwässert sei) und gemahlen und gepresst. Die Kinder dürfen nun den süßen Traubensaft probieren. Derweil formieren sich die Prinzessinnen für ihren Einsatz.

Neben der örtlichen Weinprinzessin Anna Schiller, den Weinprinzessinnen Christina Schömig (Zeilitzheim) und Sophie Dotzel (Lindach) sind auch weitere Hoheiten angereist, um sich in Monika Zieglers Weinolymp gegeneinander messen zu lassen. Es sind Christina Schuhmann (Schweinfurt), Ann Kathrin Lutz (Michelau), Christin Ungemach (Nordheim), Christine Dittmeyer (Gerolzhofen) und Theresa Günther (Spargelprinzessin des Landkreises Schweinfurt aus unserem Gemeindeteil Kolitzheim). Aber anstatt nur gut auszusehen (das können die Prinzessinnen von ganz alleine) müssen diese richtig ran. Zunächst haben sie die Aufgabe sich selbst und ihre Heimatorte mittels drei vorgegebener Stichworte möglichst originell vorzustellen. Ein Blick auf die Stimmzettel der Juroren (das Jurorenteam wurde aus den Ehrengästen gebildet) verrät, dass sie alle ihren Job sehr gut machen. Im Schätzen der Oechslegrade des soeben gepressten Traubensaftes sind sie auch alle recht nah dran. Das Knüpfen einer Weintraube aus grünen Luftballons fällt den in zwei Teams geteilten Prinzessinnen dagegen deutlich schwerer. Dr. Otto Hünnerkopf wagt es sogar eine der Endprodukte als "Neuzüchtung" zu titulieren, wobei nicht ganz klar war, ob dies als Kompliment oder als Kritik zu verstehen war. Da die Zweitplatzierten jedoch auch 3 von 5 möglichen erhielten, ist es letztlich nicht so schlimm. Die Kinder, auch unsere eigenen, freuen sich anschließend über die frei gelassenen Luftballons während sich die Weinprinzessinnen an ihre nächste Aufgabe machen. Es gilt den Inhalt eines mit Flaschen gefüllten Weidenkorb dem Volumen nach zu bestimmen. Hier haben die Damen entweder sehr gut nachgerechnet oder sich teilweise des für alle Besucher ausliegenden Quiz bemächtigt, denn die 26 Liter haben vier der acht richtig geschätzt. Am meisten Lacher zieht wohl der letzte Programmpunkt des Spiels denn die Prinzessinnen, wieder in zwei Teams geteilt, dürfen Bürgemeister Horst Herbert und Gastgeber Christian Ziegler mit verschiedenen zur Verfügung gestellten Requisiten als "Weingott Bacchus" verkleiden. Beide Komparsen sehen am Ende so urkomisch lustig aus mit dem Weinlaub im Haar, der weißen Toga und der goldenen Schärpe, dass hier alle Prinzessinnen nur die volle Punktzahl erhalten können.

Während die Jury schon eifrig an der Punktauswertung arbeitet überraschen die Prinzessinnen mit einem eigenen Spiel die Besucher und Organisatoren. Bürgermeister Horst Herbert und FWK Vorsitzende Monika Ziegler sollen die auf einer Bierbank ausgelegten Prinzessinnenkronen der jeweiligen Prinzessin zuordnen. Bis auf die Spargelprinzessinnen mit den Spargelstangen in der Krone ist das keine leichte Aufgabe, selbst für diese beiden Gemeindematadoren, die schon oft den Prinzessinnen in voller Montur begegnet sind. Dass sie mit der einen oder anderen Krone falsch liegen dient aber zur Belustigung des Publikums und die Hoheiten wissen wohl genau, was sie da machen.

Alle acht Prinzessinnen haben ihre Sache hervorragend gemacht und dem Publikum mit diesem Spiel einen kurzweiligen Nachmittag bei kühler Luft und schönstem Sonnenschein geboten. Siegerin konnte am Ende aber natürlich nur eine werden: Die Spargelprinzessin Theresa Günther aus Kolitzheim. Zweitplatzierte war die Weinprinzessin aus Nordheim am Main, Christin Ungemach. Und die Ehre des Ortes des Weinlesefestes rettete die ortsansässige Prinzessin Anna Schiller. Allen acht Prinzessinnen sei aber herzlich gedankt für ihr Kommen und die nette und charmante Unterhaltung.

Die Weinlese ist eröffnet. Und sie hat teilweise auch schon begonnen. Es wird ein gute Weinjahrgang. Natürlich sagen wir das jedes Jahr. Dieses mal meinen wir es aber wirklich. Ganz ehrlich.

 



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